Aller Anfang...

Ich bin gebürtiger Essener und habe dort mit ungefähr 11 Jahren das erste Mal Bühnenluft schnuppern können. Das war im Kinderchor des Aalto Theaters. Ich lernte Stücke wie Carmen, Tosca, Peter Grimes und La Boheme kennen. Letzteres hatte es mir am meisten angetan. Fasziniert von dem Papierschnee der vom Schnürboden auf die Bühne herab fiel ist mir auch der Musette Walzer immer im Ohr geblieben.

Als dann der Stimmbruch kam, war die Zeit im Kinderchor vorbei und ich musste wieder Skateboard fahren oder Computer spielen.

Einige Jahre und Umzüge später fand ich einen Weg in den Extrachor des Lüneburger Theaters. In den letzten Zügen meiner Schulzeit konnte ich mich dort bei Stücken wie Jesus Christ Superstar oder Les Miserables ausprobieren und lernte einige Darsteller kennen, dessen Nummer ich heute in meinem Handy wiederfinde. Wer hätte das damals gedacht?

Nach dem Abitur arbeitete ich ein Jahr lang beim Radio. Moderation, Beiträge schneiden, Interviews führen. Wenn ich eines in dieser Zeit gelernt habe, dann, dass ein Job beim Radio leider oft ein Bürojob ist. Bei mir war es der Fall. Als das Jahr vorbei war, wollte ich alles, nur bloß nicht mehr vor einem Bildschirm sitzen. Den Plan Regie zu studieren ließ ich bleiben da ich mir dachte, die meißte Zeit verbringst du auch in diesem Job nur vor dem Computer.

Ich bewarb mich also bei einigen Musikhochschulen und landete letztendlich in Dresden. Meine erste Wahl. Ein Musikstudium ist was tolles. Da ist man wieder wie ein Kind. Die Hochschule ist der Spielplatz und steckt voller Spielzeuge, die man ausprobieren kann. Und es gibt keine Bildschirme.

Im Studium lernte ich auch die meisten Menschen kennen, mit denen ich heute noch immer Musik mache. 

Nach ein paar Jahren in Dresden fand ich, ungeplant, einen Weg aus meinem Studium in die Welt des Musicals. Meine Dozentin hatte mich auf ein Stück aufmerksam gemacht, das ich eventuell interessant finden könnte. Ein paar Wochen später ging ich auf mein erstes Casting überhaupt in Berlin. Ein paar Monate später stand ich als "Ernst" in der deutschsprachigen Erstaufführung des Broadway Musicals Frühlings Erwachen auf der Bühne des Ronachers in Wien. Das ging alles so schnell, dass ich kaum hinterher kam. 

Kaum einen Monat in Östereich sagte man mir, ich solle mich doch mal bei Buddy bewerben. Die suchen junge Leute die Gitarre spielen können. Also rein in den Flieger und ab nach Hamburg. Meine erste Begegnung mit dem berühmten Kehrwieder am Hafen. Nachdem ich drei oder vier Mal dort gewesen war hörte ich lange nichts mehr zu dem Thema. Bis dann der Anruf aus Essen kam. Ich stand gerade auf Föhr am Strand und wartete auf die Fähre...

So übernahm ich also Ende 2009 meine erste Hauptrolle, "Buddy Holly", im gleichnamigen Musical im Colosseum Theater Essen. Ich war wieder in meiner Geburtsstadt angekommen, die nun im Begriff war, erneut Geburtsstadt meiner Karriere als Schauspieler und Filmemacher zu werden.